Wer baut unser Haus?

Bereits im Laufe des Dezembers setzten wir uns mit der Frage auseinander, wie wir eigentlich bauen wollten. Für uns war irgendwie von Anfang an klar, dass wir ein Massivhaus bauen wollen. Wir wussten auch ungefähr wie es aussehen sollte: Baumeister-Haus. Was uns an diesem Haus gefällt sind 3 Dinge: der Traufgiebel (Kapitänsgiebel), die durchgehende Mitteltreppe bis ins Dach sowie das Krüppelwalmdach mit den Dreiecksfenstern (Eulenaugen). Der Grundriss entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen. Im Obergeschoss sollen 3 Kinderzimmer, unser Schlafzimmer und ein Bad untergebracht werden und z.B. den Freisitz im Erdgeschoss finden wir überflüssig.

Was ist naheliegender als bei Gollan Bau (bmh Baumeisterhaus) in Neustadt anzurufen, die genau dieses Haus errichtet haben? Der Herr an der anderen Seite der Leitung war aber entweder wirklich unfreundlich oder mit dem falschen Fuß aufgestanden. Ich erzählte ihm, dass uns das Haus sehr gefällt, wir uns für einen groben Preis interessieren und ein paar Details ändern wollen. Die einzige Antwort die ich erhielt war, dass eine Architektenstunde 150€ kostet, die Zeit müssten wir zahlen, auch wenn wir nicht ins Geschäft kämen. Das erschien uns eine sehr merkwürdige und abweisende Praktik, die wir auch später bei keinem anderen Bauunternehmen fanden. Gollan fiel also erst mal für uns raus. Wenn der erste Eindruck schon so in die Hose geht, …

Massa-Haus wirbt ja mit fürchterlichen, von Schlagwörtern und Zahlen triefenden Postern für unfassbar billige Häuser. Nun steht aber bei uns ein Musterhaus, und wir schauten einfach mal rein. Der Verkäufer machte den Werbebannern alle Ehre. Fragt was wir ungefähr haben wollen, rechnet und wuselt ein bisschen umher, kommt dann wieder mit einem Angebot, legt es auf den Tisch und sagt, man müsse sofort unterschreiben, so günstig wird’s nie wieder. Bester Preis ever, kriegt man nirgendwo anders, und Klinker macht heute eh keiner mehr. Putz is the new Backstein. Wir sagten, wir würden hier erstmal gar nix unterschreiben, das Haus sieht ja noch gar nicht so aus wie wir es haben wollen, beim Grundriss stimmt noch nix, und außerdem fehlen uns Vergleichsangebote. Erwiderung von Mister Schmierlappen: Man lege ja mit der Unterschrift noch gar nichts fest, das könne man ja alles noch ändern. Auf meine Nachfrage, ob ich somit wirklich einfach nur unterschreibe, dass ich mich an Massa-Haus binde und keine Wahl mehr habe, noch bevor ich überhaupt ein Angebot über das richtige Haus in den Händen halte, sagte er, dass nur so der unfassbar günstige Preis gehalten werden könne. In meinem Kopf brabbelte die Teleshoppingstimme: „…und wenn sie jetzt anrufen und sofort bestellen, erhalten sie diesen praktischen Nikkei Messerblock gratis dazu. Nicht ein, nicht zwei, nein 6 Messer können sie gleichzeit…“. Wir gingen. Ohne Unterschrift. Eine Woche später war der uns angebotene Haustyp im Angebot. Natürlich zu weniger als wir unterschrieben hätten. Gut, dass war einfach. Verschenkte Zeit. Massa-Haus kriegt leider kein Foto von uns.

Über Team-Massivhaus hatten wir vorher zu viel schlechtes gehört und gelesen. Das wollten wir gar nicht erst riskieren. Alles was vom Standard abweicht bauen die wohl nur äußerst ungern, zu sehr hohen Kosten, und sollen auch noch überfordert sein. Das können wir natürlich nicht belegen, aber unser Bauchgefühl und Hörensagen ließ Team bei uns herausfallen. Für ein Haus aus deren Katalog mag das gut gehen, die sind aber für uns nicht passend und ein individuelles Haus mit Team zu bauen, das trauen wir uns nicht.

Viebrockhaus schauten wir uns gar nicht erst an, da wir davon ausgehen, dass wir uns das nicht leisten können.

Von dem Bau mit einem Architekten und Einzelgewerkvergabe haben uns so ungefähr alle abgeraten mit denen wir gesprochen haben. Es wird immer teurer als der Architekt einem vorrechnet. Wenn etwas kaputt geht, will es keiner gewesen sein. Man kriegt graue Haare. All das wollten wir nicht 😉 Also musste ein Bauunternehmen her, möglichst nicht zu groß, keine Schmierlappen und trotzdem so, dass wir auch glauben, dass sie das so fertig bauen wie gewünscht.

Der perfekte Kompromiss war dann das Bauunternehmen Nagel aus Ascheberg in der Nähe von Plön. Wir trafen uns ein paar mal mit Frau Nagel, die plante mit uns unser Haus, war sehr nett, hatte gute Ideen und umwarb uns damit, dass sie fast 10 Jahre lang für Viebrock gebaut haben, nun wieder ganz auf eigenen Beinen stehen und fast die gleiche Qualität für 20% weniger Kosten erreichen. Das Gebäude zum Planen liegt direkt auf deren Bauhof, und wir waren beeindruckt wie ordentlich alles wirkte. Die Container auf dem Gelände standen zentimetergenau in Reih und Glied, alles wirkte aufgeräumt und sauber. Das hinterließ wirklich einen guten Eindruck. Mitte Dezember hatten wir auch schon eine grobe Zeichnung unseres Grundrisses, eine grobe Kostenabschätzung und Frau Nagel sicherte uns zu, bis Weihnachten ein Angebot fertig zu haben. Ich kürze an dieser Stelle mal ab: Am 15. Februar haben wir uns fast ein bisschen im Streit vom Bauunternehmen Nagel getrennt. Wer es nicht schafft innerhalb von 2 Monaten ein Angebot rauszuschicken, obwohl wir mehrfach darauf hingewiesen haben, dass wir am 16. Februar einen Termin zur Finanzierung eingeplant haben (inkl. Kinder abgeben, etc.), der soll auch nicht unser Haus bauen. Das schlimmste daran war, dass Frau Nagel immer eine Ausrede parat hatte. Natürlich, irgendwas ist ja immer, mal ein, zwei Wochen kann ich verstehen. Aber so viele Leute können gar nicht krank werden oder spontan ausfallen, dass man es 2 Monate lang nicht schafft ein Angebot zu erstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Nagelbau hervorragende Häuser baut, aber nach so einem hin und her leider nicht für uns.

Über die Finanzierung auch von vorherigen eventuellen Kaufobjekten haben wir bisher immer mit Herrn Memering von der Interhyp in Hamburg gesprochen, zum Vergleich waren wir in Horneburg im Musterhauspark der Firma Viebrockhaus zu einem Gespräch bei Frieling-Finanz verabredet. Zur Finanziereung schreiben wir in einem nächsten Eintrag. Irgendwie ergab es sich, dass wir urplötzlich mit Herrn K. im Beratungsgespräch für ein Viebrockhaus saßen. Wir hatten Zeit, er hatte Zeit, und in kürzester Zeit hatten wir ein grobes Angebot vorliegen. Das ist natürlich praktisch. Wir kamen mit unseren Vorstellungen ins Beratungsgespräch, planten ein Haus und nach einer guten Stunde hatten wir auch schon eine ungefähre Hausnummer wo wir mit dem Preis hinkommen. Und siehe da: Viebrock ist gar nicht so viel teurer als die anderen! Sicherlich gibt es bei Viebrock kein bunt schillerndes Lockangebot für unter 100.000€ wie bei Massa-Haus, aber bei der doch recht individuellen Planung unseres Hauses kamen wir hier auf eine Summe, die sich mit der telefonischen Auskunft von Gollan-Bau und dem groben Angebot von Nagel-Bau messen konnte. Für uns völlig überraschend sind wir nun am Ende doch bei Viebrockhaus gelandet 🙂

Unser Grundstück und was bisher geschah

Wir brauchen ein Haus. So einfach ist das. Aber so einfach ist das eben nicht. Bauen oder kaufen? Wo soll es denn hin? Kurz zusammengefasst ist es so:

Der Immobilienmarkt ist auf Grund der niedrigen Zinslage wie leergefegt. Die paar schönen Häuser die zu kaufen sind haben sich dem Zinsniveau angepasst und sind unfassbar teuer.

Unser Traum ist ein Haus am Wasser. Während wir im Oktober ein Haus in Lübeck-Schlutup näher ins Auge gefasst haben und in Verhandlungen traten, sahen wir zufällig im Internet, dass es in Scharbeutz ein Neubaugebiet geben wird. Das schien wie für uns gemacht, 500m Luftlinie zur Ostsee, bevorzugte Vergabe an „junge Familien“, allerdings konnte man nicht einfach ein Grundstück kaufen, sondern musste sich bewerben mit Angaben zu Anzahl und Alter der minderjährigen Kinder im Haushalt, ob man plant die Immobilie selbst zu bewohnen und ob man in Scharbeutz bereits arbeitet oder einen der dortigen Betriebe besitzt. Die Bewerbungsunterlagen haben wir am 01.11.2013 unterzeichnet und abgeschickt.

Schon kurz darauf erhielten wir die Unterlagen zum Neubaugebiet „Fuchsberg“, B-Plan 75. Wir mussten nun relativ zügig eine Wunschliste abgeben, in der wir alle infragekommenden Grundstücke priorisiert auflisten mussten. Wir pickten uns unsere 13 Lieblingsgrundstücke zusammen, sortierten sie und schickten die Liste ab. Am liebsten hätten wir damals noch das Eckgrundstück #31 an der Siedlungseinfahrt gehabt, inzwischen sind wir froh, dass wir es nicht bekommen haben. An zweiter Stelle (und dritter und vierter) folgten alle Mittelgrundstücke mit Südgarten #63, #64 und #65 an der „mittleren“ Straße,  danach kamen die Mittelgrundstücke der „Hauptstraße“ mit Südgarten, #50, #51, #52, #53, und zu letzt ein paar Grundstücke am Wendehammer.

Kurz vor Weihnachten, am 22.12.2013, wurden die Ergebnisse der Verlosung bekannt gegeben, und wir hatten unfassbares Glück 🙂 Aus über 700 Bewerbungen auf die 77 Grundstücke wurden wir mit unseren zwei Kindern auf Bauplatz 64 gelost. Das also wird nun unser Grundstück. Die Entscheidung ob wir das Grundstück reservieren wollen fiel uns extrem leicht 🙂 Und schwupps, hatten wir ein Grundstück für unser Haus. Das war einfacher als gedacht.